Gewässer sollen guten ökologischen Zustand erreichen
Demonstrationsbetriebe im Landkreis Kelheim

Landwirtschaftliche Anbauflächen die an einem Weiher mit Gehölzstreifen liegen

Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist, bis spätestens 2027 für die Gewässer einen guten ökologischen Zustand zu erreichen. Die Landwirtschaft ist dabei gefordert, ihren Nährstoffeintrag (besonders Nitrat, Phosphat, Pflanzenschutzmittel) zu reduzieren.

Ein bayernweites Netzwerk von Demonstrationsbetrieben dient als Plattform für den Erfahrungsaustausch.
Die rund 100 landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe zeichnen sich durch gewässerschonende Bewirtschaftungsweisen aus. Sie informieren in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit Gewässern und Grundwasser, Boden, Klima.

Das Angebot richtet sich vor allem an

  • Landwirte,
  • Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulen,
  • Berater und Auszubildende in der Landwirtschaft,
  • Fachbehörden der Ländlichen Entwicklung, Umwelt- und Wasserwirtschaftsverwaltung,
  • interessierte Besuchergruppen.

Feldtage und Pressegespräch

Bei verschiedenen Veranstaltungen werden Landwirte, Multiplikatoren und sonstige Interessierte zum Thema Gewässerschutz und Leistungen der Landwirtschaft informiert.

Beim Pressegespräch am 05.04.18 wurde die Thematik "Gewässerschutz und Beitrag der Landwirtschaft" verschiedenen Pressevertretern erläutert und die konkreten Maßnahmen im Landkreis Kelheim besprochen. Dabei stellte auch der Betriebsleiter Hr. Schmerbeck das von ihm bewirtschaftete Klostergut Weltenburg und die dort umgesetzten Maßnahmen zum Gewässerschutz vor. Bei einer Felderbegehung war Gelegenheit z.B. die neu angelegten Gewässerschutzstreifen Vor-Ort zu besichtigen.
Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Feldtage werden Versuchsflächen von den Betriebsleitern der Demobetriebe vorgestellt und die Erfahrungen mit Berufskollegen diskutiert.
Beim Feldtag am 27.06.18 stand die Thematik Erosionsschutz im Maisanbau und die Streifenbodenbearbeitung (Stripp-Tillage) im Mittelpunkt. Hr. Forstner erläuterte die Vorgehensweise in seinem Betrieb und seine Erfahrungen mit dieser Technik. Bei der anschließenden Felderbegehung wurden die Ergebnisse intensiv diskutiert.

Demobetrieb Martin Forstner, Wildenberg

Luftbild einer landwirtschaftlichen Hofstelle

Hofstelle Forstner

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Tertiäres Hügelland
  • Betriebstyp: Veredelung und Biogas
  • Betriebsflächen: 51 % in Erosionsklasse I und 34 % in Erosionsklasse II
  • Tierhaltung: Mastschweine
  • Fruchtfolge: Winterweizen, Wintergerste, Silomais, Nachwachsende Energiepflanzen

Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:

  • Aktiver Erosionsschutz durch Einsatz der Strip-Till-Technik im Maisanbau
  • Bodennahe Gülleausbringung in hohe Maisbestände

Angebote und Veranstaltungshinweise

  • Feldtage zum Strip-Tillage-Verfahren
  • Betriebsvorstellung und Felderbegehung jederzeit (nach Rücksprache und Anmeldung über AELF)

Demobetrieb Kloster Weltenburg, Stefan Schmerbeck

Landwirtschaftliche Hofstelle inmitten von Feldern

Hofstelle Klostergut Weltenburg (Schmerbeck)

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Tertiäres Hügelland
  • Betriebstyp: Marktfruchtbau
  • Betriebsflächen: 45 % in Erosionsklasse I
  • Tierhaltung: Keine
  • Fruchtfolge: Winterweizen, Wintergerste, Winterraps, Silomais, Brache

Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:

  • Versuchsanlage: Zwischenfrüchte und regelmäßige Vorstellung der Ergebnisse
    Intensiver Zwischenfruchtanbau
  • Anlage von Gewässerrandstreifen (insges. ca. 1,0 ha) an erosionsgefährdeten Flächen

Angebote und Veranstaltungshinweise:

  • Zwischenfrucht-Feldtag als Info-Veranstaltung jährlich
  • Betriebsvorstellung und Felderbegehung jederzeit (nach Rücksprache und Anmeldung über AELF)

Demobetrieb Hubert Steiger, Kirchdorf

Landwirtschaftliche Hofstelle mit Mais im Vordergrund und Wald im Hintergrund

Hofstelle Steiger, Kirchdorf

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Tertiäres Hügelland
  • Betriebstyp: Veredelungsbetrieb
  • Betriebsflächen: 30 % in Erosionsklassen I und II
  • Tierhaltung: Ferkelerzeugung im Haupterwerb
  • Fruchtfolge: Winterweizen, Wintergerste, Körnermais, Raps, Brache
  • Relevante Betriebszweige: Photovoltaik

Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:

  • Bodenfruchtbarkeit als wichtige Zielstellung im Betrieb;
    Seit Jahren Zwischenfruchtanbau pfluglos (über 50 % der Flächen werden pfluglos bestellt, Flächentausch mit Kartoffelanbau-Betrieb);
    Eigene N-min-Untersuchungen und Gülleuntersuchung; Emissionsarme Wirtschaftsdüngerausbringung; Stabilisierte N-Düngung;
  • Durchführung von Zwischenfruchtversuchen;

Angebote und Veranstaltungshinweise:

  • Zwischenfrucht-Feldtag als Info-Veranstaltung jährlich
  • Erosionsschutz-Feldtag 2017
  • Betriebsvorstellung und Felderbegehung jederzeit (nach Rücksprache und Anmeldung über AELF)

Kontakt

Bei Interesse an einer Betriebsbesichtigung oder einer Feldführung auf einem der Demonstrationsbetriebe wenden Sie sich bitte an:

Siegfried Schneeweis-Müller
AELF Abensberg
Adolf-Kolping-Platz 1
93326 Abensberg
Telefon: 09443 704-120
Fax: 09443 704-155
E-Mail: poststelle@aelf-ab.bayern.de